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Sonntag, 10. November 2013

Arroz con pollo - geschmorter Langkornreis mit scharfer Paprika und Hähnchen

Foto: mmmediterran.de (lk)
Arroz con pollo (Reis mit Huhn) ist in Lateinamerika und Spanien, speziell Andalusien, ein weit verbreitetes Hauptgericht. Hier könnt ihr es ganz traditionell nachkochen. Ich habe Tomaten und kein Safran verwendet, das dem Reis sonst eine gelbe Farbe verleiht. Aus Kostengründen wird statt Safran häufig auch Kurkuma benutzt, das ungleich preiswerter ist und die gleiche Farbe liefert. Die Tomaten machen das Ganze für meinen Geschmack einfach noch saftiger.

Zubereitung:
60 min (30 min Zubereitung)

Zutaten für 4 Portionen:
1 rote Paprikaschote
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
4 Hähnchenschenkel
2 EL Olivenöl
2 EL Paprikapulver (1 EL edelsüß und 1 EL rosenscharf)
200 g Langkornreis
175 ml trockener Weißwein
425 g Dosentomaten (Abtropfgewicht)
1 Lorbeerblatt
1 Bund glatte Petersilie
Salz
Frisch gemahlener Pfeffer

So wird es gemacht:
Den Langkornreis nach Packungsanweisung fertig kochen.
Inzwischen Paprikaschote waschen, entkernen und vierteln. Zwiebeln schälen. Paprika und Zwiebeln in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Die Hähnchenschenkel abspülen, trockentupfen.
Backofen vorheizen auf 180 °C (Umluft: 160 °C, Gas: Stufe 2-3).
Das Öl in einer tiefen, großen Pfanne oder einem Bräter erhitzen. Hähnchenschenkel mit Salz und Pfeffer würzen, im heißen Fett rundherum goldbraun anbraten, herausnehmen und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech im Backofen 45 Minuten garen.
Währenddessen Bratfett bis auf etwa 1 EL aus dem Bräter gießen. Paprikaschote, Zwiebeln und Knoblauch im verbliebenen Fett bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten andünsten, salzen und pfeffern. Fertigen Reis und Paprikapulver dazugeben und unter Rühren kurz andünsten, mit Weißwein ablöschen und vom Feuer nehmen. Petersilie waschen, trockenschütteln, die Blätter abzupfen und hacken.
Gare Hähnchenschenkel zusammen mit den Tomaten in ihrem Saft sowie Lorbeerblatt zum Reis geben, einmal aufkochen lassen. Wer es etwas flüssiger mag, kann mit Gemüsebrühe verdünnen.
Auf Tellern anrichten, pro Portion ein Hähnchenschenkel hinzugeben und mit Petersilie bestreuen.

Sonntag, 15. September 2013

Süße Bratkartoffeln mit Chorizo

Wieder geht es nach Spanien. Dieses deftige Gericht bietet einen tollen geschmacklichen Kontrast zwischen den süßen Kartoffeln und der scharfen Paprikawurst. Wer keine Süßkartoffeln mag, kann natürlich auch die gängigen fest kochenden Kartoffeln nehmen. Alles zusammen wird herrlich mit Zwiebeln und Kümmel abgerundet.

Foto: mmmediterran.de (lk)
Zutaten für 4 Portionen:
750 g gekochte Süßkartoffeln (alternativ: fest kochende Kartoffeln)
200 g spanische Chorizo
2 Zwiebeln
Kümmel nach Belieben
2 Zweige Petersilie
Butterschmalz zum Braten (kein Öl!)
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Und so wird es zubereitet:
Man sollte möglichst kleine Kartoffeln auswählen, was bei Süßkartoffeln gar nicht so einfach ist, da diese häufig größer ausfallen. Bitte beachtet, dass sich die Kochzeit der Kartoffeln mit zunehmender Größe deutlich erhöhen kann. Ich hatte für meine Version (siehe Bild) eine einzige Süßkartoffel zur Verfügung, die 774 g auf die Küchenwaage brachte und über 35 Minuten (!) im kochenden Wasser garte. Die Kartoffeln noch warm schälen und dann völlig erkalten lassen oder über Nacht in den Kühlschrank stellen. In Scheiben schneiden. Scheiben ggf. weiter teilen, wenn zu groß. Die Wurst von der Haut befreien und in Halbringe schneiden. Man kann Chorizo auch in fertigen Scheiben abgepackt kaufen. Die Zwiebeln schälen und in Halbringe schneiden. In einer großen Pfanne Butterschmalz erhitzen und die Kartoffeln darin leicht anbräunen. Bitte kein Öl verwenden, denn dann brennen die Kartoffelscheiben schnell an und erhalten keinen zarten, butterigen Geschmack. Dann die Wurst zugeben, kurz rösten und die Zwiebeln zufügen. Alles gut anbräunen, bis es aromatisch duftet. Die Bratkartoffeln pikant würzen und noch etwas weiter garen lassen. Zum Anrichten die Petersilie fein hacken und über die Bratkartoffeln streuen.

Sonntag, 25. August 2013

Tapas (4): Heiße Tipps für kalte Tapas

Wie schon zu Beginn gesagt, will ich im vierten und letzten Teil noch heiße Tipps für kalte Tapas zum Besten geben. Da es viel Aufwand bedeutet, eine größere Auswahl an kleinen Tapas-Variationen zuzubereiten, ist zu empfehlen, die warmen Tapas selber zu kochen und kalte Häppchen in einem Feinkostladen, der Antipasti-Theke oder einem gut sortierten Supermarkt fertig zu kaufen. Natürlich könnt ihr diese auch am Vortag selber herstellen und etwa im Kühlschrank über Nacht marinieren. Aber der Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Tapas (1): Chorizo in Sidra
Tapas (2): Hackbällchen in feuriger Sherry-Tomatensauce (Albondigas Andaluz)
Tapas (3): Gambas mit Zitronen-Aioli
Tapas (4): Tipps für kalte Tapas

Hier drei Empfehlungen für kalte Tapas:

Foto: mmmediterran.de (lk)

  1. Peppers: Kleine pikant süße Paprikas mit Frischkäse gefüllt (vorne links)
  2. Olivio Rustico & Feta: Gemischte Oliven mit Feta in Öl und Kräutern (rechts)
  3. Eingelegte getrocknete Tomaten: Klassich und in Streifen geschnitten (hinten)
Ich hoffe, ihr habt nun genügend Anregungen für eine Tapas Party oder einen mediterranen Snack bekommen. Was sind Eure liebsten Tapas?

Tapas (3): Gambas mit Zitronen-Aioli

Schon einmal Garnelen probiert, die zuvor in Knofiöl geröstet worden sind? Dazu ein schaumig-leicher Aioli-Dip mit Zitronennote und frisches Weißbrot. Muss ich noch mehr schreiben?

Tapas (1): Chorizo in Sidra
Tapas (2): Hackbällchen in feuriger Sherry-Tomatensauce (Albondigas Andaluz)
Tapas (3): Gambas mit Zitronen-Aioli
Tapas (4): Tipps für kalte Tapas

Zubereitungszeit:
Foto: mmmediterran.de (lk)

25 Min.
1 Std. Marinierzeit

Zutaten für 300 g Garnelen:
10-12 rohe Reisengarnelen (ohne Kopf)
2 Knoblauchzehen
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
6 EL Olivenöl

1/2 Bio-Zitrone
1 Ei
6 EL neutrales Öl
2 EL Joghurt
1-2 Knoblauchzehen
Salz
Zucker

Zubereitung
Garnelen, bis auf das Schwanzstück, aus den Schalen lösen. Garnelen am Rücken entlang aufschneiden und den schwarzen Darm mit einem spitzen Messer entfernen. Wer sich diese Arbeit sparen will, kann auch die kleineren Jumbo-Garnelen besorgen (habe ich hier verwendet - siehe Bild). Auch gibt es tiefgefrorene Riesengarnelen zu kaufen, die bereits von der Schale und dem Darm befreit sind (vorher auftauen!!!). Dann abspülen und trocken tupfen. Knoblauch abziehen und hacken. Zusammen mit Salz, Pfeffer und Olivenöl in einer Schüssel verrühren. Öl und Garnelen mischen und für etwa 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
Den Knoblauch für die Aioli schälen und fein hacken. Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Knoblauch mit einer Prise Salz und dem Ei in einem hohen Gefäß mit dem Pürierstab 3 Min. schaumig aufschlagen. Das Öl erst tröpfchenweise, dann in dünnem Strahl untermixen. Zitronensaft und -schale, eine Prise Zucker und Joghurt unterrühren, abschmecken und die Aïoli bis zum Servieren zugedeckt kalt stellen.
Garnelen kurz abtropfen lassen, in einer Grillpfanne etwa 2 Minuten von jeder Seite braten und zusammen mit der Aioli und frischem Weißbrot anrichten.

Tapas (2) - Hackbällchen in feuriger Sherry-Tomatensauce (Albondigas Andaluz)

Darf in keiner Tapas-Runde fehlen. Kleine, würzige Hackbällchen in einer ebenso leckeren Tomatensauce - mit Sherry verfeinert. Gelingt leicht und ist schnell gemacht.


Tapas (1): Chorizo in Sidra
Tapas (2): Hackbällchen in feuriger Sherry-Tomatensauce (Albondigas Andaluz)
Tapas (3): Gambas mit Zitronen-Aioli
Tapas (4): Tipps für kalte Tapas

Zubereitungszeit:
35 Min.

Zutaten für ca. 20 Bällchen:
1 große Zwiebel

3 EL Olivenöl
0,1 l trockener Sherry Fino
800 g Dosentomaten, geschält
Fotos: mmmediterran.de (lk)
1 Chilischote (alternativ Chayenne-Pfeffer)
2 Lorbeerblätter
400 ml Rinderfonds
500 g Hackfleisch, gemischt
2 Knoblauchzehen
1 Ei
1 trockenes Brötchen für 5 EL Paniermehl
1 TL edelsüßes Paprikapulver
1/2 TL Kreuzkümmel
Petersilie (glatt) zum Dekorieren
Salz
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung:
Die Zwiebel schälen und fein hacken. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin bei schwacher Hitze weich dünsten. Mit dem Sherry ablöschen. Die Chilischote entkernen und in kleine Stückchen schneiden. Die Tomaten in den Topf geben und die Chilischote sowie die Lorbeerblätter hinzufügen. Den Rinderfonds dazugeben, langsam aufkochen und zugedeckt etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen.
Inzwischen den Knoblauch schälen und pressen. Das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Den Knoblauch, das Ei und das Paniermehl dazugeben. Möglichst kein fertiges Paniermehl kaufen, sondern ein 2-3 Tage altes Brötchen mit einer Reibe zerbröseln (https://www.youtube.com/watch?v=Ohwgcwojq5I). Alles gut durchmischen und mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Kreuzkümmel würzen. Aus dem Fleischteig etwa 20 Bällchen formen. Das Olivenöl in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen und die Hackfleischbällchen darin bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten braun braten.
Die Tomatensauce mit dem Pürierstab pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Hackfleischbällchen in die Sauce legen und etwa 10 Min. bei schwacher Hitze kochen lassen. In einem Schälchen anrichten und mit Petersilie bestreuen.

Mittwoch, 7. August 2013

Sangria Shots

Eine kleine fruchtige Erfrischung aus Spanien für Eure Grillparty: Die Sangria zum Löffeln. Erdbeeren in ein Schnapsglas geben und das ganze mit einem Traubensaft-Rotwein-Gelee auffüllen. Gut vorzubereiten. Perfekt zu langen Sommernächten mit Freunden.


Zubereitungszeit:
15 min
3 Std Kühlzeit

Für 6 kleine Gläser:
100 ml Wasser
200 ml Traubensaft
200 ml Rotwein (halbtrocken/lieblich)
1 EL Zucker
1 Päckchen Sofort Gelantine (z.B. RUF)  für 500 ml Flüssigkeit
12 kleine Erdbeeren

So wird es gemacht:
Die Flüssigkeiten und den Zucker in einem Topf verrühren. Sofort Gelantine ist auch kalt löslich - allerdings sollte die Flüssigkeit mindestens Zimmertemperatur haben. Besser ist es, den Topfinhalt noch etwas auf dem Herd anzuwärmen, damit das Pulver beim Einrühren keine Klumpen bildet. Die Erdbeeren halbieren und auf die 6 Gläser verteilen. Nun das Gelee hineinfüllen und 3 Std. lang im Kühlschrank kaltstellen.

Donnerstag, 1. August 2013

Tapas (1): Chorizo in Sidra

Foto: mmmediterran.de (lk)
Hola Amigos! Draußen ist es heiß und das ist genau die richtige Zeit für eine Tapas Party. Damit startet das Mmmediterran Spezial zur spanischen Küche. Die Tapas Idee stammt aus Andalusien. Sevilla gilt als Tapas Metropole. Überall in Spanien, aber auch bei uns erfreuen sich die kleinen Häppchen großer Beliebtheit. Der Genießer wird mit einer großen Auswahl konfrontiert: Das berühmte spanische Fingerfood besteht aus einer Vielzahl an unwiderstehlichen Kleinigkeiten, die in Spanien meist in einem Tresen hinter Glas präsentiert werden und als kleine Zwischenmahlzeit dienen oder die Hauptmahlzeit ersetzen. Serviert werden Tapas traditionell auf kleinen Porzellantellern und in Cazuelas, den für Spanien typischen kleinen braunen Tonschälchen. Dazu ein Sherry oder ein Glas spanischer Wein. ¡Olé!

Als Start der spanischen Rehie will ich drei leckere warme Tapas-Gerichte präsentieren. Wer eine gewisse Auswahl an Fingerfood bereitstellen will, dem empfehle ich, die warmen Tapas selber zuzubereiten und kalte Häppchen in einem Feinkostladen, der Antipasti-Theke oder einem gut sortierten Supermarkt fertig zu kaufen. Natürlich könnt ihr diese auch am Vortag selber herstellen und etwa im Kühlschrank über Nacht marinieren. Aber der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Jedenfalls will ich am Ende noch ein paar heiße Tipps für kalte Tapas zum Besten geben.

Tapas (1): Chorizo in Sidra
Tapas (2): Hackbällchen in feuriger Sherry-Tomatensauce (Albondigas Andaluz)
Tapas (3): Gambas mit Zitronen-Aioli
Tapas (4): Tipps für kalte Tapas

Zubereitungszeit:
15 min. (davon 2 Min. Kochzeit)

Für 12 dünne Apfelspalten:
400 ml Sidra (span. Apfelwein; oder auch Cidre)
1 Apfel
2 Zweige Thymian (oder getrocknet)
80 Gramm Chorizo-Wurst (in dünnen Scheiben)
12 Zahnstocher

So wird es gemacht:
Den Apfelwein in einem Topf ohne Deckel auf die Hälfte einkochen lassen. Alternativ zum spansichen Cidra kann man auch den französischen Cidre verwenden, der bei uns häufiger im Regal steht. Beim Einkochen war ich ganz high vom verdunstenden Apfelwein - für Durchzug sorgen ist eine gute Idee. Apfel schälen und mit einem Apfelteiler zertrennen oder mit dem Messer in Viertel schneiden, entkernen und die Viertel in nicht zu dicke Spalten schneiden. Thymian abspülen und trocken schütteln oder Streuer bereithalten. Die Apfelspalten in je eine Wurstscheibe wickeln und mit Zahnstochern zusammenstecken. Umwickelte Apfelspalten und Thymian in den eingekochten Apfelwein legen, 2 Minuten bei kleiner Hitze mitkochen lassen und noch warm servieren. Nochmals etwas mit Thymian betreuen. Saulecker!

Samstag, 18. Mai 2013

Weinregionen und Rebsorten (3): Spanien, Portugal, Griechenland und weitere Regionen

Viva España! Im dritten Teil wollen wir uns mit den spanischen Weinen beschäftigen. Der Wonnemonat Mai ist übrigens auch Themenmonat für die spanische Cocina. Und obwohl Portugal nicht exakt Mittelmeerregion ist, so will ich doch ein Wort über Portwein und Madeira verlieren. Schließlich widmen wir uns in diesem letzten Teil Griechenland, der Wiege des Weins, und weiteren mediterranen Anbaugebieten.

Spanien


Gerade habe ich eine Reportage über Oliven gesehen und erfahren, dass Spanien der größte Produzent von Olivenöl der Welt ist. 300 Millionen (!) Olivenbäume stehen dort. Aber das Image des flüssigen Goldes aus Spanien ist viel schlechter als etwa das aus Italien. Mit dem Wein war es ähnlich. Doch das hat sich geändert. Junge, leichte und wunderbar süffige Rotweine gehören heute genau so dazu, wie die seriösen, würzig-warmen Tropfen. Auch Weißweine können sich schmecken lassen. Einzig die Riojas sind ihrer Tradition treu geblieben. Und das ist gut so. Gleich erfahrt ihr, warum das so ist.

Rioja

Die traditionsreichste Weinregion in Spanien und eine der bedeutendsten in Europa bleibt sich treu und stellt Rotweine mit dem Geschmack des alten Spaniens her: Ein reifer Charakter von Vanille und Erdbeeren ist hier typisch. Auch viele "junge" Weine sind hinzugekommen.

Rebsorten: Tempranillo und Garnacha

Fast zwei Drittel der Rioja Weine enthalten Tempranillo. Die traditionellen Riojas sind zum einen reinsortige Tempranillo-Weine oder haben einen Tempranillo-Anteil von weit über 50% . Roter Rioja ist zum Großteil ein Verschnitt aus Tempranillo und Garnacha. Die Farbe des Weins ist tiefrot. Er zeichnet sich durch einen fruchtigen, warmen und würzigen Charakter aus. Lange lagerfähig

Rebsorten: Viura und Malvasia

Diese weißen Rebsorten werden zu weniger als 20% angebaut und in Rioja für früh trinkbare, frische Weißweine mit niedrigem Alkoholgehalt verwendet.

Nordostspanien

Navarra galt lange Zeit als armer nördlicher Nachbar von Rioja. Heute ist diese Gegend eine experimentelle Spielwiese. Die Weine der besten Bodegas (Weinkellereien) können sich mit Spitzenweinen aus dem Rioja durchaus messen - und zwar bei Preisen die oft nur halb so hoch sind. All die Sorten, mit denen dort verschnitten und ausprobiert wird, will ich hier gar nicht erst aufzählen. Auf der katalonischen Seite am Mittelmeer - südlich von Barcelona - sind die Regionen Penedès und Priorat aufstrebende Weinregionen. Im Priorat werden einzeln von Hand gelesene Trauben zu Spitzenweinen verarbeitet, die sich ein Normalsterblicher kaum leisten kann.

Rebsorten: Garnacha und Tempranillo

Garnacha ist die vierthäufigste angebaute Rebsorte der Welt und war in Navarra einst vorherrschend. Aus ihr wurden einfache Rosado-Weine gemacht. Mit der Qualitätsoffensive ist der Bestand heute auf 45% zurückgegangen. Jedoch werden nun auch sortenreine Weine aus Garnacha gemacht und das Interesse wächst wieder. Der Anteil von Tempranillo ist mit der Qualitätsoffensive umgekehrt stark angestiegen. Zudem werden Cabernet Savignion und Merlot mit Tempranillo verschnitten. Garnacha Trauben sind arm an Tanninen und Farbe, liefern fruchtige Weine und werden auch als Roséwein gekeltert. 20% der Navarra-Weine sind heute Roséweine.

Rebsorten: Parellada, Macabeo (in Rioja Viura) und Xarel-lo

Dies sind die wichtigsten Rebsorten in Katalonien. Diese weißen Trauben reifen spät und erreichen einen niedrigen Alkoholgehalt. Aus ihnen werden leichte Weißweine und Verschnittweine mit international bekannten Rebsorten gemacht.
Macabeo zählt in dieser Dreierkombi als die wichtigste Rebsorte für den spanischen Schaumwein Cava. Dieses Produkt ist eine der bekanntesten Spezialitäten Kataloniens mit einer fülligen, aromatischen Blume. Selbst ein Cava ohne Zuckergehalt (Brut nature) ist nicht sauer, sondern leicht und spritzig. Bei uns ist Freixenet wohl der bekannteste Abfüller von Cava Schaumweinen. Wie beim Champagner gibt es unterschiedliche Sorten:
Von trocken bis süß: Brut nature, Extra Brut, Brut, Extra Dry, Dry, Semi Dry und Sweet.
Reserva = 18 Monate gereift, Gran Reserva = 30 Monate gereift

Nordwestspanien

Die meisten Weingebiete liegen am Fluss Duero. Von üppig-runden Rotweinen bis leicht-bukettreichen Weißweinen entstehen hier Weine der Extreme dessen, was Spanien zu bieten hat.

Rebsorte: Tempranillo

In Eiche gelagerte und nach schwarzen Johannisbeeren sowie Vanille und Gewürzen schmeckende Rotweine, die einige Zeit der Reife brauchen, damit ihre Tannine runder werden. Diese oft reinen Tempranillos sind von sehr guter Qualität zu einem hohen Preis.

Rebsorte: Verdejo

Rueda ist Spaniens führende Weißweinregion.Verdejo hat als Hauptsorte in Rueda grünlich-pikante Aromen mit guter Qualität zu einem günstigen Preis. Der Geschmack erinnert an Sauvignon Blanc.

Rebsorte: Albarino

Die Region Rías Baixas nahe dem Atlantic keltert aromatische, nach Aprikosen duftende Weißweine aus Albarino-Trauben. Teuer.

Südwestspanien

Die Region Jerez y Manzanilla liegt im äußersten Südwesten Spaniens, in Andalusien nahe der Stadt Sevilla. Sie ist die Heimat einer der großen Likörweine der Welt: Sherry.

Sherry (Rebsorten: Palomino, Moscatel und Pedro Ximénez)

Durch das Solera-Herstellungsverfahren (Verschnitt verschiedener Jahrgänge durch Umfüllung in Fässer unterschiedlicher Reife) entwickelt der Sherry ein typisch nußartiges Aroma. Die Palomino-Traube ist zunächst Grundlage für einen trockenen, langweiligen Weißwein. Dieser Wein wird mit Branntwein zu einem Alkoholgehalt bis zu 20% aufgespritet. Vor der Füllung werden zum Süßen die Rebsorten Moscatel und Pedro Ximénez hinzugegeben.

Folgende Handelsbezeichnungen für Sherry gibt es:
  • Fino, Manzanilla - trockene, hellgelbe Sherrys. Ideal als Aperitif oder zu Tapas
  • Amontillado, Oloroso - Dunkler und kräftiger als ein Fino. Geeignet im Winter, wenn es für Fino zu kalt ist.
  • Pedro Ximénez - Süßer, intensiv traubiger, fast schwarzer Sherry. Zum Dessert oder über das Eis.

Portugal


Obwohl nicht direkt am Mittelmeer gelegen, möchte ich kurz auf die berühmten aufgespriteten Weine Port und Madeira eingehen und den charakteristischsten Wein der Portugiesen vorstellen, den Vinho Verde.

Vinho Verde (Rebsorten: Alvarinho, Avesso, Azal Branco und Treixadura)

Hoch im Nordwesten Portugals zwischen den Flüssen Douro und Minho wird der "grüne Wein" produziert. Der Vinho Verde, Name des Weins und auch Name der Region, wird sowohl als Rotwein wie auch als Weißwein und Rose hergestellt. Exportiert wird vor allem der völlig trockene, spritzige Weißwein mit einem scharfen Aprikosen-Lorbeer-Aroma.

Portwein

Über 80 Rebsorten sind in der Region Douro im Norden zu finden, von denen rund die Hälfte für die Herstellung des berühmten roten Portweins zugelassen sind. Diese will ich hier nicht alle aufzählen. Portwein ist süß und nussig. Ein Jahrgangs-Portwein (Vintage Port) ist voll von schwarzen Früchten, Pfeffer und Gewürzen. Diese Weine sollten bis zu 15 Jahre in der Flasche reifen. Von den jahrgangslosen Ports ist der Tawny die beste Wahl. Er kann bei langer Reifung fast schon ein Likör werden. 10 Jahre sollte er mindestens reifen. Auf das Rückenedikett achten: Steht dort "Ruby", so ist es der einfachste und jüngste Port.

Madeira (Hauptrebsorten: Sercial, Gouveio, Bual, Malmsey)

Madeira stammt aus dem Süden der gleichnamigen Atlantikinsel. Er ist mit Weinbrand aufgespritet und kommt auf einen Alkoholgehalt je nach Sorte zwischen 17 und 22%.  Geschmacklich liegt der typische Madeira zwischen Sercial (säurebetont und trocken) und Bual (halbsüß). Die Aromen sind sehr fruchtiger Natur gemeinsam mit Honig, Kaffee und Schokolade.


Griechenland


Der Weinbau in Griechenland hat eine lange, bis in die Antike zurückreichende Tradition. Griechische Winzer bauen in den letzten 20 Jahren hauptsächlich trockene Weine an. Die Vielfalt der Böden und die große Anzahl einheimischer Rebsorten machen den Weinbau profitabel. Hier einige wichtige Rebsorten der Griechen:

Rebsorte: Savatiano

Retsina ist ein weißer, trockener Tafelwein aus dem südlichen Mittelgriechenland in der Nähe von Athen. Dieser Wein wird mit Harz versetzt. Hauptrebsorte ist Savatiano.

Rebsorte: Roditis

Zweithäufigst angebaute weiße Rebsorte in Griechenland. Sie wird oft mit Savationo zu Retsina verschnitten. Ist ebenfalls in Athos, einem trockenen, leichten Weißwein mit fruchtigem Aroma oder in Imiglikos, einem leicht süßlichen Weißwein enthalten. Aus dem nordostgriechischen Anbaugebiet dieser Rebsorte stammt auch der weltweit bekannte Retsina Malamatina.

Rebsorte: Mavro Naoussis (Xinomavro)

Eine alte rote Rebsorte mit tiefroter Farbe und hohem Säuregehalt aus Nausa, Nordgriechenland. Kann dadurch lange reifen. Ergibt einen leichten, trockenen, rauchigen Rotwein. Wird auch mit weniger säurehaltigen Rebsorten verschnitten.

Rebsorte: Agiorgitiko

Der gleichnamige Rotwein aus Nemea in Peleponnes ergibt einen trockenen, kräftigen, beerenfruchtigem Geschmack. Auch der liebliche rote Imiglikos wird aus dieser Rebsorte gekeltert.


Östliches und südliches Mittelmeer


Der Libanon und Israel machen gute Weine aus internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Chardonnay. Zypern spielt bei der Qualitätsweinproduktion bisher keine bedeutende Rolle.
In Marokko, Tunesien und Algerien gibt es große Rebflächen, doch der Markt in Nordafrika war auf den französischen Bedarf an billigem Rotwein ausgerichtet. Heute hat dieser Markt kaum noch Bedeutung. Mit dem Umbruch in diesen Ländern mag sich das wieder ändern.