Die Länder Europas waren einst die einzigen wichtigen Regionen für
den Weinanbau. Erst ab Ende der 1970er Jahre kam die Herausforderung aus
der so genannten Neuen Welt - allen voran Kalifornien und Australien.
Später stießen Neuseeland, Chile, Argentinien und Südafrika dazu.
Klassische mediterrane Rebsorten werden auch dort angebaut und sind im
Preis-Leistungsverhältnis zuweilen deutlich günstiger, als die Klassiker
auf Orignalboden. Dazu zählt z.B. ein hervorragender Merlot aus Chile.
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Chateau de Rully mit Weinbergen, Burgund
Foto: Richard Semik, de.123rf.com |
Vom
Klima her reifen die Trauben nördlich und südlich des Äquators am
besten. Europa, die USA und einige Regionen in Asien also auf den
nördlichen Breitengraden. Der mittlere Teil Südamerikas, Südafrika und
Australien/Neuseeland auf den südlichen Breitengraden. Nahe des Äquators
ist es meist zu heiß und zu feucht. Die polarnahen Gegenden sind
dagegen zu kalt. Im folgenden Kapitel widmen wir uns ganz den
Original-Anbauregionen der Mittelmeeranreiner und Rebsorten. Aus vielen
bedeutenden Quellen für Euch kurz und spannend zusammengetragen.
Den
Start macht die bedeutendste Weinregion der Welt: Frankreich. Es folgen
Italien in Teil 2 sowie Spanien, Griechenland und weitere
Mittelmeerregionen in Teil 3. Auch über Portugal, obwohl nicht am
Mittelmeer gelegen, soll ein Wort gesagt werden. Im Anschluss dann die
Empfehlungen, welche Weine zu welchen mediterranen Speisen am besten
passen - auch aus mediterranen Rebsorten, die in der neuen Welt
gedeihen.
Frankreich
Frankreich ist unbestritten das Zentrum der
Weinwelt. Obwohl die Griechen den Wein erfunden haben, bietet
Frankreich heute die größte Vielfalt an Geschmäckern. Viele
internationale Weinsorten stammen ursprünglich aus Frankreich. Und
Frankreich versteht sich als Erzeugerland von Spitzenweinen. Oder anders
ausgedrückt: Vorsicht bei billigen französischen Tropfen! Die
wichtigsten Weine im Überblick:
Region: Bordeaux
Das Aushängeschild Frankreichs. Das Bordelais
liegt nicht am Mittelmeer, sondern im südwestlichen Frankreich am
Atlantik. Zwei Rebsorten sind hier dominierend. Die Gironde teilt die
Region in zwei Teile: das linke und das rechte Ufer.
Rebsorte: Cabernet Sauvignon
Diese rote Rebsorte wächst zum größten Teil am linken Ufer der Gironde. Die Rebe hat so große Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie als Edelrebe bezeichnet wird. Ergibt einen dichten, tiefdunklen Rotwein mit schwarzen Johannisbeer- und Zedern-Aromen.
Rebsorte: Merlot
Diese rote Rebsorte wächst zum größten Teil am rechten Ufer der Gironde. Die frühreifende Sorte ergibt fruchtige, körperreiche und vollmundige
Weine, die nach wenigen Jahren der Lagerung genussreif sind. Beide Reebsorten werden auch verschnitten. Weine, die mehr Merlot enthalten, sind weicher und fruchtiger.
Rebsorten: Sauvignon Blanc und Sémillion
Weiße
Trauben kommen im Bordelais eher seltener vor, doch sind diese Weine zu
empfehlen - selbst auf der unteren Preisskala. Meist werden aus einem
Verschnitt von Sauvignon Blanc und Sémillion sowohl frische, klare
trockene- und Süßweine hergestellt.
Region: Burgund
Das Burgund ist eine weitere klassische
Weinregion. Sie zieht sich im östlichen Frankreich in einem dünnen
Streifen von Nord nach Süd und ist die Heimat von drei berühmten
Rebsorten.
Rebsorte: Pinot Noir
Bei uns auch Spätburgunder, Blauburgunder oder Schwarzburgunder genannt. Die sehr empfindliche und qualitativ sehr hochwertige Rebsorte und ergibt einen sehr samtigen Rotwein, der nach Erdbeeren duftet. Sie gilt als klassische Rote der kühleren Weinbaugebiete - neben Burgund auch in fast allen deutschen Weingegenden. Der Pinot Noir ist ferner eine wichtige Grundlage für den Champagner. Guter Pinot Noir erzielt astronomische Preise.
Reebsorte: Chardonnay
Aus Chardonnay werden dichte, würzige, nussige Weißweine mit hohem Qualitätspotenzial
gemacht. Aus dem Chablis kommt eine sehr trockene Variante. Sehr hohe
Nachfrage und entsprechend saftige Preise für gute Tropfen.
Reebsorte: Gamay (Beaujolais)
Aus
ihr wird der Beaujolais gemacht - eine leichte, süffige,
samtig-fruchtige Rotweinsorte mit scharfen, bonbonartigen Himbeer- und
Kirscharomen, die jung zu trinken ist.
Region: Champagne
Aus
dieser Region kommt der weltweite Maßstab für Schaumweine. Es wird
unterschieden zwischen "Jahrgangslosem Champagner (Non-vintage)" und
"Jahrgangschampagner (Vintage)." Der jahrgangslose Champagner ist ein
Verschnitt von Weinen verschiedener Jahrgänge. Man kann ihn gleich
trinken. Jedoch wird empfohlen, diesen für mehr Tiefe noch 6 Monate zu
lagern. Jahrgangschampagner wird nur in guten Jahren gemacht, ist
aromatischer als jahrgangsloser und sollte bis zu 10 Jahren reifen.
Rebsorten: Pinot Noir, Pinot Meunier, Chardonnay
Man
sagt, Chardonnay gibt dem Champagner eleganz, Pinot Noir gibt ihm
Körper und Pinot Meunier Weichheit. Die meisten Champagner sind
Verschnitte aller drei Rebsorten. Der Rosé Champagner ist gewichtiger
als weißer und schmeckt mehr nach Erdbeeren. Es gibt zudem
unterschiedliche Süßegrade:
Brut = trocken
Ultra Brut / Zéro Brut = sehr trocken
Extra Dry = weniger trocken als Brut (!)
Demi-Sec = mittelsüß
Sec = lieblich
Region: Rhone Tal
Das
Rhone Tal liegt im südöstlichen Frankreich, nördlich von Marseille. Es
ist geteilt in einen nödlichen Teil mit steilen Hängen und einen
breiteren, südlichen Teil mit heißen, steinigen Ebenen.
Rebsorte: Syrah (Shiraz)
Syrah ist die Traube des Nordens. Ihre Frucht ergibt rauchige, würzig-warme Rotweine mit meist kräftigem Johannisbeer-Aroma.
Sie werden besser in der kälteren Jahreszeit getrunken. Auch in
Australien ist diese Sorte zuhause und wird dort Shiraz genannt. Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird.
Rebsorte: Grenache
Im
Süden werden Weine aus einem ganzen Cocktail von Traubensorten
gemischt. Dazu zählen Syrah und Grenanche. Letztere sorgen für einen
weicheren Charakter.
Rebsorte: Viognier
Hierbei
handelt es sich um eine sehr aromatische weiße Traube mit einer
Geschmacksvariation aus Aprikosen, Frühlingsblumen und Gewürzen.
Rebsorte: Muskat
Diese
Traube ist typisch für den gesamten Süden Frankreichs. Aus ihr werden
goldene Süßweine gemacht mit einem Duft aus Trauben, Rosen und Orangen.
Sie eignen sich als Aperitif oder etwa zu herben Schokodesserts.
Region: Loire Tal
Weine
aus dieser Region werden selten anderswo nachgearmt und sind dennoch
französiche Klassiker. Das Gebiet zieht sich von der Mitte des Landes
entlang der Loire bis hin zur Westküste. Diese Weine passen gut zum
Essen, auch an heißen Sommertagen. In Paris genießt man Loire Weine
sogar in der Mittagspause.
Rebsorte: Sauvignon Blanc
Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie als Edelrebe bezeichnet wird. Sauvignon Blanc ist die zweitwichtigste weiße Rebe nach Chardonnay. Hat hier im Vergleich zum Bordelais einen sehr erfrischend, sommerlichen und zitronigen Charakter.
Rebsorte: Chenin Blanc
An
Weine aus diesen Trauben muss man sich erst gewöhnen. Sie haben einen
hohen Säureanteil, erinnern an Apfel und werden als grünlich-pikant
eingestuft.
Rebsorte: Melon de Bourgogne
Aus
dieser Sorte wird der dritte bedeutende Weißwein der Region gemacht:
Der Muscadet. Im Vergleich zu den beiden vorgenannten Weinen ist der
Muskadet eher ein neutraler Tropfen.
Rebsorte: Cabernet Franc
Ergibt
einen sehr fruchtigen Rotwein, der nach roten Johannisbeeren, Himbeeren
und Pflaumen schmeckt. Eigenet sich sehr gut zum essen.
Rebsorte: Pinot Noir
Weine aus dieser roten Rebsorte sind im Loire Tal generell rustikaler und weniger samtig als die Burgunder.
Region: Elsass
Das
Elsass ist weit weg vom Mittelmeer im Nordosten Frankreichs gelegen und
die Anbauregion ist nur einen Katzensprung von der deutschen Grenze
entfernt. Die Weißweine sind hier so aromatisch, wie sonst kaum in einer
anderen Region der Welt. Für Rotweine wird nur etwas Pinot Noir
angebaut. Folgende weiße Reebsorten sind aufsteigend würziger und
intensiver:
Rebsorte: Sylvaner
Leicht, neutral mit etwas Würze
Rebsorte: Pinot Blanc
Nicht so brav und schlicht wie in anderen Regionen
Rebsorte: Riesling
Würziger als in Deutschland und Österreich
Rebsorte: Pinot Gris
Kommt mit rauchig, honigartigem Charakter daher
Rebsorte: Muscat
Blumiges, traubiges Bukett - wird nur in geringen Mengen angebaut.
Rebsorte: Gewürztraminer
Die würzigste und duftreichste Traube der Welt
Region: Mittelmeerküste
Den
Einfluss der Bordeaux-Weine spürt man noch ein ganzes Stück in Richtung
Mittelmeer. Im Langueroc-Roussillon - an der westlich-französischen
Mittelmeerküste - sind die Rotweine dagegen von Gewürzen und Kräutern
geprägt. Die Provence - an der östlich-französichen Mittelmeerküste -
ist ja berühmt für seine Kräuter. Die Rotweine sind ebenso von einer
würzig-warmen Note als auch von einem intensiven
Schwarze-Johannisbeer-Typ. Dazu viele gute Roséweine, die bei warmen
Wetter eine erfrischende Alternative zu den kraftvollen Roten
darstellen. Auch internationale Weinsorten gewinnen hier sprichwörtlich an Boden.
Rebsorte: Carignan
Ursprünglich aus Spanien stammend, ist sie ist die fünfthäufigste Rebsorte der Welt und die zweithäufigste rote Rebsorte! Der Wein ist dunkel, tanninreich und säurereich, mit wenig Aroma. Die Traube wird oft in Verschnittweinen verwendet.
Rebsorte: Cinsaut
Diese Traube dominiert den hellsten Rosé in der Provence. In Frankreich wird die Sorte auch als Tafeltraube verkauft. Sonst hauptsächlich im Verschnitt mit den anderen hier genannten Rebsorten.
Rebsorte: Syrah
Typisch für den Südosten, ergibt Syrah den aromatischsten Rosé und Rotwein in der Provence.
Weiter geht es in Kürze mit der Vielfalt Italiens ...